So baut ein Landwirt aus dem Sandrückengebiet seine Felder wieder auf
Die Landwirtschaft im Homokhátság war schon immer eine Herausforderung. Aufgrund der schnell austrocknenden Sandböden, des zunehmend extremeren Wetters und des Niederschlagsmangels suchen viele Landwirte nach Lösungen, mit denen die Produktionssicherheit auch langfristig gewährleistet werden kann. Laut Zoltán Szabó, einem Landwirt aus Kiskunmajsa, liegt die Antwort nicht in einer noch intensiveren Bodenbearbeitung, sondern in der in der regenerativen Landwirtschaft, liegt in der Direktsaat-Technologie und der bewussten Einbindung der Tiere.

Eine neue Sichtweise, die auf einem Familienerbe basiert
Zoltán Szabó hat das Grundstück von seinen Eltern übernommen, das zuvor zum Hof seiner Großeltern gehörte. Wie er sagt, hat er schon seit seiner Kindheit miterlebt, welche Schwierigkeiten die Trockenheit auf sandigen Böden mit sich bringt. Eine längere Dürreperiode kann bereits innerhalb von zwei Wochen sichtbare Symptome an den Pflanzen hervorrufen, da diese Böden nur wenig Wasser speichern können. Dies veranlasste ihn, nach neuen Wegen zu suchen. Seit 2017 bewirtschaftet er seinen Betrieb nach regenerativen Prinzipien, seit 2020 experimentiert er mit der No-Till-Technologie und ab 2025 wird er diese Technologie auf dem gesamten Betrieb anwenden.

Direktsaat, Mulchen, lebende Wurzeln
Ein wichtiger Grundsatz der Bewirtschaftung ist, dass der Boden so kurz wie möglich unbedeckt bleibt. Zoltán Szabó arbeitet mit direkten Mischkulturen, in denen mehrere Pflanzenarten gleichzeitig vorkommen. Auf den Flächen kommen auch Eckige Platterbse, Roggen-Buche, Muhar und Sandbohne zum Einsatz. Hülsenfrüchte sind dabei von besonderer Bedeutung. Nach den Erfahrungen des Landwirts hat sich der Stickstoffgehalt des Bodens nach dem Anbau von Lednek vervierfacht, was auch durch Untersuchungen bestätigt wurde. Auch die Buche und die Sandbohne tragen zur natürlichen Stickstoffbindung bei und hinterlassen gleichzeitig günstigere Bodenbedingungen für die Folgekulturen.
Schafe weiden nicht nur, sie arbeiten auch
Auch den Tieren kommt im regenerativen System eine wichtige Rolle zu. Zoltán Szabó hält derzeit 30 Mutterschafe, möchte den Bestand langfristig jedoch auf 160 Tiere ausbauen. Seiner Ansicht nach entspricht dies der Tragfähigkeit seiner Flächen, und mit einem Bestand dieser Größe könnte die kurzzeitige, intensive Weidehaltung bereits effizient betrieben werden.

Schafe sind nicht nur Nutztiere: Durch Weiden, Trampeln und Düngung können sie zur Pflege von Grünflächen beitragen zu seiner Erneuerung. Die verwahrlosten Rasenflächen, die durch Mähen kaum noch nutzbar sind, können auf diese Weise wieder einen Wert darstellen.
Geflügel gegen Insekten
Auch Geflügel kann Teil des Systems auf dem Bauernhof sein. Laut Zoltán Szabó geht es nicht darum, die Tiere zwischen vier Wänden und Beton einzusperren, sondern darum, dass sie im Freien arbeiten: Sie düngen das Gelände, fressen Insekten und bringen dabei auch noch Nutzen. Dies kann insbesondere dort dringend erforderlich sein, wo Heuschrecken erhebliche Schäden anrichten. Dem Landwirt zufolge tauchen die Insekten zunächst in großer Zahl auf den Wiesen auf und können anschließend auch auf den Ackerflächen Schaden anrichten.

Versuche auf Sandboden
Der Betrieb von Zoltán Szabó dient zugleich als Versuchsgelände. Er vergleicht verschiedene Roggen- und Hülsenfruchtsorten, um herauszufinden, welche Kombination unter den örtlichen Bedingungen am besten funktioniert und welche sich am besten für die Tierhaltung eignet.
Das Ziel ist nicht unbedingt der maximale Ertrag, sondern die Entwicklung eines funktionsfähigen, wirtschaftlichen und bodenverbessernden Systems. Aufgrund der extremen Wetterbedingungen arbeitet er mit geringeren Aussaatmengen: Bei Niederschlag kann der Anbau so dennoch wirtschaftlich sein, und bei Trockenheit konkurrieren weniger Pflanzen um die gleiche geringe Feuchtigkeitsmenge.
„Nur das ”No-Till‘ ist die Zukunft“
Zoltán Szabó ist der Überzeugung, dass das Umgraben des Bodens in den Sandrückengebieten den Zustand des Bodens weiter verschlechtert. Seiner Meinung nach verbrennen wir durch das Pflügen organisches Material, und im unbedeckten, sich aufheizenden Sandboden wird auch das mikrobiologische Leben geschädigt. Im No-Till-System hingegen bleibt der Boden ständig bedeckt, es sind stets lebende Wurzeln vorhanden, und durch die Steigerung der Biodiversität kann das Bodenleben wiederhergestellt werden. Nach Ansicht des Landwirts kann so kein Verfall, sondern ein Aufschwung in Gang gesetzt werden.
Glückwünsche, unterstützende Kommentare
Die außerordentlich hohe Zuschauerzahl unseres kürzlich mit Zoltán Szabó gedrehten Videos und die positiven Rückmeldungen zeigen, dass immer mehr Menschen mit den Ideen der regenerativen Bodenbewirtschaftung sympathisieren. Viele suchen nach praktischen Beispielen, die die Möglichkeiten der regenerativen Landwirtschaft nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis auf einem funktionierenden Betrieb aufzeigen. Sehen Sie sich auch unser Video mit Zoltán Szabó an: