Der bewährte Weg der Humusbildung - was sagt die Wissenschaft?

Eine wenig bekannte wissenschaftliche Arbeit, die 2016 veröffentlicht wurde, beleuchtete den einzigen experimentell nachgewiesenen physiologischen Weg für die Humusbildung. Obwohl die Studie nur 18 Monate dauerte und sich nicht auf die Agrartechnologie konzentrierte, ändern die Schlussfolgerungen das bestehende Bild des Potenzials der Bodenverbesserung und Kohlenstoffbindung grundlegend.

Warum liegt der Schwerpunkt wieder auf der Humusbildung?

Die Bildung von Humus lange Zeit von Bodenwissenschaftlern und -praktikern als Rätsel betrachtet. Viele haben versucht, den Prozess zu modellieren, künstlich zu beeinflussen oder sogar zu beschleunigen - mit unterschiedlichem Erfolg.

Aber der Aufstieg der regenerativen Landwirtschaft hat die Aufmerksamkeit wieder auf die Humus Rolle, da die organische Substanz im Boden ist nicht nur der Schlüssel für ein gesundes Pflanzenwachstum, sondern auch zur Abschwächung des Klimawandels.

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, sie zu verstehen, wie die Humusbildung tatsächlich abläuft, und welche Maßnahmen echte, messbare Ergebnisse liefern - nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis.

Umwandlung organischer Stoffe im Boden: mehr als Zersetzung

Die organische Bodensubstanz besteht aus Verbindungen pflanzlichen Ursprungs. Sie sind einfach strukturiert und reagieren daher sehr empfindlich auf klimatische und menschliche Einflüsse - die bloße Wiederverwertung von Stängelresten gewährleistet kurzfristig (1-2 Jahre) keine nachhaltige Anreicherung von organischem Material.

Die Studie zeigte, dass durch die mikrobiologische Umwandlung dieser Verbindungen die stabileren, komplexeren Fraktionen der organischen Substanz entstehen. Dieser Prozess ist wichtig, damit der Boden seine Kapazität zur Speicherung von Kohlenstoff und Nährstoffen dauerhaft erhöhen kann.

Die Schlüsselrolle des Mikrobioms

Die mikrobiologische Vielfalt (Anzahl der Bakterien- und Pilzarten, Anzahl der Individuen) und nicht die Bodenstruktur ist die wichtigste Determinante für das Potenzial zur Anreicherung organischer Stoffe. Je reichhaltiger und ausgewogener die mikrobielle Gemeinschaft im Boden ist, desto größer ist die Chance, organische Stoffe zu stabilisieren.

Die Forschung zeigte auch, dass das Mikrobiom der Pflanzenwurzelzone nur dann einen Unterschied macht, wenn das System gut mit Nährstoffen, insbesondere Mineralien und Metallionen, versorgt ist. Auf diese Weise können stabile organisch-mineralische Komplexe gebildet werden, die eine langfristige Kohlenstoffspeicherung ermöglichen.

Einfache mikrobiologische Präparate werden nicht funktionieren

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich: mikrobielle Präparate, die nur wenige Arten oder Stämme enthalten, fermentierte Produkte und Technologien ohne Mineralstoffzusatz allein werden keinen Durchbruch bei der Bodenregeneration bringen. Das Gleiche gilt für das Nicht-Mulchen.

Messbare Ergebnisse in der Praxis

In der 18-monatigen Studie wurde ein stabiler organischer Kohlenstoffzuwachs von 0,8-1,3% gemessen - ein hervorragender Wert in so kurzer Zeit. Die Zahlen zeigen: Mit der richtigen Technologie, der mikrobiologischen Vielfalt und mineralischen Zusätzen kann die tatsächliche Kohlenstoffbindungskapazität der Böden drastisch verbessert werden..

Dies gibt Anlass zur Hoffnung auf ein Kohlenstoffbuchhaltungs- und Agrarfinanzierungssystem, das auf einer echten Kohlenstoffbindung beruht - allerdings nur, wenn wir die Faktoren für den Abbau organischer Substanz in Schach halten können.

Mikrobiologische organische Stoffe: der Schlüssel zur Stabilität

Die von Mikroben produzierten Zellwandpolymere, Proteine und Lipide bilden stabile, langlebige Formen organischer Materie, die auch erhebliche Mengen an Stickstoff speichern. Zum Beispiel Esstence-Technologie bietet nachweislich 20-60 kg/ha zusätzliche Stickstofffixierung pro Jahr - ein wichtiger Faktor für künftige Bodenerneuerungsmaßnahmen.

Fazit: Es lässt sich nicht ändern

Die Untersuchung bestätigt, was in der Praxis bereits bekannt ist:

  • Bodenrotation,
  • Chemischer Pflanzenschutz,
  • Düngung, die das Bodenleben vernichtet

eine dauerhafte Bodenerneuerung nicht erreicht werden kann.

Allerdings ist sie auch niedrig:

  • bei Verwendung einer mikrobiologischen Formulierung mit wenigen Arten,
  • wenn wir ohne Mineralergänzung arbeiten,
  • wenn kein wirksames Mulchen durchgeführt wird.

Die Förderung der Humusbildung ist eine der vielversprechendsten Möglichkeiten

Die Humusbildung ist keine Zauberei, sondern ein hochkomplexer biologischer und chemischer Prozess, dessen Steuerung einen echten Systemansatz erfordert. Die mikrobielle Vielfalt, die Mineralisierung und die Bodenbedeckung sind keine optionalen Elemente einer nachhaltigen Bodenbewirtschaftung, sondern von grundlegender Bedeutung für diese.

Obwohl es noch viele offene Fragen gibt, ist es bereits klar: Die Förderung der Humusbildung ist eine der vielversprechendsten Möglichkeiten, die Produktivität zu verbessern und die Kohlenstoffbindung zu erhöhen.. Für einen echten Durchbruch ist es jedoch unerlässlich, dass die landwirtschaftlichen Akteure mit der Wissenschaft - und dem Bodenleben - zusammenarbeiten.

Zitierte Veröffentlichung:
Direkte Beweise für die Bildung organischer Bodensubstanz durch Mikroorganismen und deren ökophysiologische Kontrolle